Weißes Haus präsentiert amerikanischen Aktionsplan für KI

Teilen
Weißes Haus präsentiert amerikanischen Aktionsplan für KI
Photo by Philipp Katzenberger / Unsplash

Am 23. Juli präsentierte die US-Regierung ein radikales KI-Programm: Alle Regulierungen sollen weg, abweichende Bundesstaaten verlieren Förderungen, das Pentagon wird KI-Testgelände, gefördert werden nur noch „ideologiefreie“ Systeme – was das bedeutet, bleibt offen. Die USA setzen damit ein klares Signal für ihren künftigen Kurs.

Der von der Trump-Regierung neu vorgestellte „America’s AI Action Plan“ ist die erschreckende, staatlich geförderte Vollendung desselben ideologischen Projekts. Während Grok ein privates Experiment zum Bau einer voreingenommenen Maschine war, stellt dieser Aktionsplan die Kodifizierung derselben fehlerhaften und böswilligen Logik in der offiziellen Strategie der US-Regierung dar. Begleitet von einer neuen Executive Order zu KI-Exporten, definiert der Plan das nationale Ziel, eine „unumstrittene und unangefochtene globale technologische Vorherrschaft“ zu erreichen. Im Kern jedoch enthält er eine Direktive, die so zutiefst selbstzerstörerisch ist, dass sie das Scheitern vorprogrammiert: Der zentrale Auftrag der Regierung, KI-Systeme ohne sogenannte „ideologische Voreingenommenheit“ zu entwickeln – durch die Eliminierung von Konzepten wie Diversität, Chancengleichheit und Inklusion (DEI) – ist faktisch ein Mandat zur Schaffung technologisch fehlerhafter, grundsätzlich unzuverlässiger und gesellschaftlich verheerender Systeme.

Es ist zu begrüßen, dass die EU mit dem AI Act ein – hoffentlich wirksames – Instrument geschaffen hat, um den gravierendsten Risiken für Europa entgegenzuwirken. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, ob Künstliche Intelligenz zum Nutzen der Gesellschaft eingesetzt wird – oder zum Werkzeug dystopischer Entwicklungen gerät.

Einmal mehr zeigt sich: Digitale Souveränität ist für Europa kein langfristiges Ziel, sondern eine akute Notwendigkeit.

Quellen:

Weiterlesen

Transkription ohne Umweg: Was Whisper für Datenschutz und digitale Souveränität leisten kann

Transkription ohne Umweg: Was Whisper für Datenschutz und digitale Souveränität leisten kann

Automatische Besprechungsprotokolle sind binnen weniger Jahre vom Experiment zum Standard geworden. Ein Bot sitzt im Videocall, zeichnet auf, transkribiert und liefert am Ende eine Zusammenfassung samt Aufgabenliste. Das funktioniert gut. Die Frage, die regelmäßig untergeht, lautet: Wo genau liegt das Audio, wer verarbeitet es und unter welcher Rechtsgrundlage? Es gibt

Von Michael Mrak
W Social im Interview: Was Anna Zeiter über Verifizierung, AT Protocol und das Geschäftsmodell sagt

W Social im Interview: Was Anna Zeiter über Verifizierung, AT Protocol und das Geschäftsmodell sagt

Anna Zeiter hat in einem knapp einstündigen englischsprachigen Interview mit Philippe Séjalon über den Start von W Social gesprochen. Sie ist Medienrechtlerin, war über zehn Jahre Datenschutzbeauftragte bei eBay und hat zum Thema Meinungsfreiheit promoviert. Das Gespräch ist inhaltlich dichter als die meisten Kurzinterviews zum Thema und beantwortet einige Fragen,

Von Michael Mrak