Sifa ID im Überblick

Teilen
Sifa ID im Überblick
Photo by ALEXANDRE LALLEMAND / Unsplash

Sifa ID ist ein neues professionelles Identitäts- und Karrierenetzwerk, das als dezentrale Alternative zu LinkedIn positioniert ist. Der Claim lautet "Own your career narrative. Portable, verifiable, yours."

Technische Basis

Sifa baut auf dem AT Protocol auf, also derselben offenen Netzwerkinfrastruktur, die auch Bluesky nutzt. Damit liegen Karrierehistorie, Skills und Endorsements nicht auf Sifa-Servern, sondern auf dem eigenen Personal Data Server (PDS) des Nutzers. Wer will, kann zu einem anderen Anbieter wechseln, Sifa verlassen oder einen eigenen Client bauen, ohne die Daten zu verlieren. Die eigenen Lexika (Schemas) für Profildaten sind unter der MIT-Lizenz als Open Source veröffentlicht, im Namespace id.sifa.

Motivation der Betreiber

LinkedIn kontrolliert die berufliche Identität von einer Milliarde Menschen.

Wird ein Account auf LinkedIn gesperrt, verschwindet die Karrierehistorie. Ändert LinkedIn die API, brechen alle abhängigen Tools. Sifa will dieses Risiko durch Datenportabilität entschärfen.

Hosting und Rechtsrahmen

Anwendung, Datenbank und Analytics sind EU-gehostet und unterliegen damit dem EU-Recht. In Kombination mit einem europäischen Personal Data Server wie z.B. EuroSky oder zukünftig W Social bleiben alle Daten im EU-Raum.

Die Sifa-Server laufen auf Hetzner-Infrastruktur in Deutschland.

Das ist ein interessanter Aspekt im Kontext digitale Souveränität, weil hier bewusst gegen US-SaaS-Abhängigkeit positioniert wird.

Hintergrund

Gebaut von Singi Labs, gegründet von Guido X Jansen, einem Community- und Conversion-Spezialisten aus den Niederlanden. Der Name Sifa ist Swahili für „Lob, Reputation, Qualifikation". Daneben gibt es im Singi-Labs-Ökosystem noch Barazo (von „baraza", Gemeinschaftsrat).

Aktueller Funktionsumfang

Profilseiten mit Avatar, Berufsbezeichnung, Website, Positionen und „Available for work"-Status, Import aus LinkedIn, Suche, Endorsements. Wer bereits einen Bluesky- oder Atproto-Account hat, hat automatisch ein latentes Sifa-Profil, das nur aktiviert werden muss. Wichtig zu betonen ist allerdings, dass das Projekt noch in einer sehr frühen Phase steckt.

Mein Fazit

Sifa reiht sich ein in die wachsende Gruppe europäischer, AT-Protocol-basierter Alternativen zu US-Big-Tech-Plattformen (EuroSky als PDS-Provider, W Social, Mastodon/Fediverse auf ActivityPub-Seite). Für die digitale Souveränitätsdebatte im DACH-Raum ist es ein weiteres konkretes Beispiel, wie sich berufliche Netzwerkfunktionalität auch ohne LinkedIn-Monopol und ohne US-Cloud abbilden lässt, wenngleich Reichweite und Netzwerkeffekt noch am Anfang stehen.

Meine LinkedIn Profildaten konnte ich sehr einfach importieren, man findet mich jetzt auch auf https://sifa.id/p/mrak.at


Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung
generativer KI (Claude Opus 4.7, Anthropic) erstellt und vor
Veröffentlichung redaktionell geprüft.

Weiterlesen

Neue Mehrheiten, alte Abhängigkeiten: Was die US-Midterms für Europas digitale Souveränität bedeuten

Neue Mehrheiten, alte Abhängigkeiten: Was die US-Midterms für Europas digitale Souveränität bedeuten

Die Demokraten haben bei den US-Zwischenwahlen am 3. November 2026 beide Kammern des Kongresses gewonnen. Für Europas digitale Souveränität ändert das an den Grundproblemen nichts: Die rechtlichen Zugriffsbefugnisse der USA, die Machtkonzentration in der Exekutive und Europas technologische Abhängigkeit bleiben bestehen. Laut den Projektionen von CBS News und CNN

Von Michael Mrak
Datenbrille in der Produktion: Warum die EDSA-Stellungnahme vom 13. Oktober AR-Projekte zu DSFA-Fällen macht

Datenbrille in der Produktion: Warum die EDSA-Stellungnahme vom 13. Oktober AR-Projekte zu DSFA-Fällen macht

Wer heute eine AR-Wartungsbrille pilotiert, kauft mit der Hardware einen Datenschutzfall ein. Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) hat am 13. Oktober 2026 im Plenum seine Stellungnahme 1/2026 zu Smart Glassesangenommen und am selben Tag veröffentlicht. Die Kernaussage: Hersteller und Anbieter verbundener Apps und KI-Dienste sind selbst Verantwortliche und

Von Michael Mrak