Responsibility implemented

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Verantwortung implementieren am Beispiel KI: Warum mir das wichtig ist

Als selbstständiger Unternehmensberater ist mein Claim „responsibility implemented“ mehr als nur ein Slogan. Er stellt eine wichtige Grundlage meiner Arbeit dar. Jede Entscheidung, die ich treffe, sollte diesem Prinzip folgen. Das gilt auch für die Wahl der Technologiepartner, mit denen ich zusammenarbeite.

Die aktuelle Diskussion um KI und Datensouveränität zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur über Werte zu sprechen, sondern sie auch konsequent zu leben. Deshalb habe ich mich bewusst dafür entschieden, auf Mistral als KI-Partner zu setzen. Natürlich wäre es ideal, wenn Unternehmen wie Anthropic ihren Firmensitz nach Europa verlagern würden, um hier rechtliche und ethische Standards einzuhalten. Das Unternehmen entspricht in seinen Werten und Handlungsweisen deutlich besser meinen Grundsätzen als OpenAI. Doch mir bietet Mistral eine überzeugende Alternative, die meine Anforderungen an Transparenz, Datenschutz und ethische Verantwortung erfüllt.

Manche mögen das für naiv halten. Doch für mich ist klar, ohne grundlegende Prinzipien verliere ich meine persönliche und berufliche Identität und Glaubwürdigkeit.

Wenn Technologiekonzerne, insbesondere aus den USA, offen mit autoritären Regimen zusammenarbeiten, stellt sich die Frage, welche Werte sie tatsächlich vertreten. Und genau hier ziehe ich eine Grenze. Ich kann da nicht mit.

Warum Prinzipien mehr als Worte für mich sind

Ethik und Ordnungsmäßigkeit sind für mich keine leeren Floskeln, sondern essentielle Leitlinien. Als Berater, der Unternehmen in Fragen der Compliance, Datensicherheit und nachhaltigen Digitalisierung begleitet, kann ich nicht gleichzeitig Tools nutzen, die diesen Werten widersprechen. Es geht dabei definitiv nicht um Technologiefeindlichkeit, sondern um eine bewusste Entscheidung für Partner, die Verantwortung ernst nehmen.

Sam Altman, der Geschäftsführer von OpenAI, äußert sich abschätzig über die Effizienz des menschlichen Heranwachsens: Die Entwicklung eines Menschen bis zur Arbeitsfähigkeit benötige zwei Jahrzehnte und einen hohen Ressourcenaufwand an Nahrung. Seine Aussage spiegelt eine nüchterne, fast zynische Perspektive auf die menschliche Spezies wider.

Die Debatte um KI-Regulierung, Datenschutz und digitale Souveränität wird glücklicherweise jetzt wieder lauter. Europa hat mit der DSGVO und der KI-Verordnung wichtige Weichen für globale Standards gestellt. Technologie ist nur so gut wie die Prinzipien, auf denen sie basiert. Wenn Unternehmen ihre Systeme so gestalten, dass sie Missbrauch ermöglichen oder gar fördern, kann ich das nicht ignorieren.

Mistral als europäische Alternative

Das Beispiel Mistral zeigt, dass es auch anders geht: mit einer klaren Ausrichtung auf europäische Werte, Transparenz und eine verantwortungsvolle Entwicklung von KI. Das ist kbei weitem kein perfektes System, aber ein Schritt in die richtige Richtung. Und genau das brauchen wir auch in der täglichen Praxis.

Denn am Ende geht es nicht nur um Algorithmen oder Effizienzgewinne. Es geht darum, welche Welt wir mit unserer Arbeit mitgestalten wollen. Und ich möchte eine Welt unterstützen, in der Technologie nicht alles „kann“, sondern im Einklang mit demokratischen Werten und grundlegenden Menschenrechten „darf".

Vielleicht bin ich zu idealistisch. Aber ohne Ideale bleibt nur das reine Profitdenken, und das hat uns in der Vergangenheit oft genug in Probleme geführt.

Verantwortung implementieren bedeutet auch, konsequent zu handeln. Selbst wenn es manchmal unbequem ist.

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