Zukunft

Zur Digitalisierung der Bildung

Wie verändert die Digitalisierung das Lernen und unser Menschenbild? Gunter Duecks Impulsvortrag auf der Jahresversammlung des Stifterverbandes am 12. Juni 2014 in Hamburg ging auch der Frage nach, wo der Mensch denn nach der Digitalisierung stehen wird. Dueck ist Mathematiker, Philosoph und ehemaliger CTO bei IBM Deutschland. Seine Homepage ist übrigens immer wieder einen Besuch wert.

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Der Wettlauf ins Weltall geht weiter

spaceship2Für Richard Bransons Unternehmen Virgin Galactic ist der Verlust der vorgestern abgestürzten Maschine ein herber Rückschlag. Das relativ kleine Team rund um Entwickler Burt Rutan muss zunächst einmal den Tod ihres Kollegen verkraften. Abgesehen von der menschlichen Tragödie bringt der fehlgeschlagene Testflug womöglich auch das gesamte Vorhaben in Gefahr. Schließlich geht es beim Weltraumtourismus auch um das Versprechen eines sicheren Ausflugs in die Schwerelosigkeit.

“Der Weltraum ist gefährlich, aber er ist es wert.” Diesen Satz hat Richard Branson, während er zum Absturzort der Raumfähre “SpaceShipTwo” gereist ist, geschrieben. Und ich stimme ihm zu! Große Erfolge und herbe Rückschläge prägten immer schon die Geschichte der bemannten Raumfahrt, ja die Geschichte der Forschung generell. Und das streben ins Weltall zeichnet unsere menschliche Kultur aus, wie man immer wieder auch in der Umsetzung von Visionen in der Literatur und im Kino bemerken kann. Der Rückschlag von Space Ship Two wird die bemannte Raumfahrt langfristig nicht aufhalten und das Streben zu anderen Welten, gedacht in Jahrzehten oder Jahrhunderten auch nicht verhindern. Um das zu vorherzusagen muss man kein SciFi Fan sein, das liegt in der Natur der menschlichen Forschungs- und Eroberungskraft.

Tesla Probefahrt

Heute hatte ich Gelegenheit bei einer Probefahrt mit dem seit kurzem auch in Europa erhältlichen Tesla Model S mitzufahren. Ein Freund von mir hatte im Internet von der Möglichkeit einer Probefahrt gelesen und sich kurzerhand angemeldet. Und da man zu einer Probefahrt auch noch einen Gast mitnehmen darf kam ich zu der Gelegenheit.

Trotz knapp fünf Metern Außenlänge und inklusive Rückspiegel fast 2,20 Meter Breite wirkt das Auto elegant, kompakt und sehr sportlich. Dabei ist es, dem Platz sparenden Elektroantrieb sei Dank, sehr alltagstauglich. Unter der vorderen Haube gibt es einen Kofferraum, und unter der weit öffnenden Schrägheckklappe einen zweiten.

Billig ist das Tesla-Model S nicht, in der empfehlenswerten Vollausstattung kann man mit einem Preis von rund 90.000 Euro rechnen.  Man erhält dafür die Variante mit besonders hoher Reichweite, bis zu 500 Kilometer schafft das Model S mit dem erweiterten Akkupack. Nun, so lange durften wir leider nicht fahren, eine Runde um den Ring ging sich aber aus und obwohl der Tesla im Stadtgebiet natürlich nicht seine Kraft ausspielen konnte waren wir doch sehr von der enormen Beschleunigung (laut Datenblatt 4,4 Sekunden auf 100 km/h) begeistert.

Deren eigentliches Know-how ist nach Angaben des Verkäufers übrigens die Batteriesteuerung. Tesla greift für den Lithium-Ionen-Speicher auf gewöhnliche Zellen zurück, wie man sie in ähnlicher Form in Notebooks oder Smartphones findet. Mehrere Tausend davon sind im Wagenboden verbaut. Um den Besitzern wirklich jede Angst vor Verschleiß und Abnutzung zu nehmen, gewährt Tesla acht Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung. Sie gilt sogar, wenn der Kunde nicht regelmäßig bei den Inspektionsterminen auftaucht.

Bei einer prognostizierten Verdoppelung der Akkukapazität alle 5 Jahre und gleichzeitiger Halbierung der Preise für die Akkuzellen (derzeit machen sie fast 50% des Preises aus) kann man schon absehen wann Elektroautos auch für Normalverbraucher attraktiv werden. Bereits in 5-10 Jahren wird es wahrscheinlich performante und gleichzeitig normalpreisige Elektroautos geben, da bin ich ganz sicher.

Bedenkt man nun, dass das Tesla Model S erst der Anfang ist, sich also von diesem Punkt aus alle problematischen Parameter wie Gewicht, Preis und Infrastruktur zum Besseren entwickeln werden, dann sollten sich alle anderen Autohersteller schon heute Sorgen machen. So ein Auto entwickelt man nicht von einem Monat zum anderen, Tesla hat hier einen enormen technologischen Vorsprung.

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen einige Bilder zu machen die man hier in einem Album auf Flickr bewundern kann.

Energiewende – Buchtipp: Al Gore – Our Choice

Als ich Al Gore im Jahr 2008 auf der RSA Conference über die dramatischen Veränderungen des Weltklimas sprechen sah und im Rahmen dieser Keynote einige aggressive Provokateure lautstark schreiend seine gelieferten Fakten bezweifelten und damit letztendlich nur den Vortrag stören wollten wurde mir erstmals die dramatische Dimension der zu erwartenden Energierevolution bewusst. Und mir wurde klar, wie wenig die breite Masse der Menschen über die drohende und wissenschaftlich beweisbare Katastrophe Bescheid wissen. Und dass der Begriff “Revolution” in diesem Kontext durchaus wörtlich zu nehmen ist, wenn wir es nicht schaffen dieses Thema als Menschheit gesamthaft zu lösen wird es zu genau dieser Revolution kommen, mit all dem Leid und Elend, welches Revolutionen mit sich bringen. Und zwar schon in den nächsten 20-30 Jahren oder sogar noch früher!

Auf einer Diskussionsveranstaltung des Renner Instituts am vergangenen Freitag, mit prominenten Vortragenden wie Helga Kromp-Kolb wurde mir aber neben den dramatischen Risiken, die auf uns  zukommen auch glaubhaft vermittelt,  dass wir auf Basis einheimischer Erneuerbarer Energien rasch energieautark werden könnten. Ein Thema, dass ich als Gemeinderat in Großweikersdorf auch in meinem unmittelbaren Umfeld auch in den entsprechenden Gremien mit Engagement verfolgen möchte.

“Our Choice” von Al Gore, leider nur in englischer Sprache erhältlich aber durchaus mit normalen Schulenglischkenntnissen zu verstehen ist eine brillant geschriebene Analyse unseres derzeitigen Energiedilemmas. Al Gore zögert nicht, Politiker zu nennen, die die Öffentlichkeit und Presse erfolgreich in die Irre führten und immer noch führen. Sicherlich wurde das Buch mit Hilfe von professionellen Wissenschaftsjournalisten verfasst, welche die komplexe Vorgänge des Klimawandels verständlich machen können. Scheinbar keine wissenschaftliche Publikation, verdeckt der brillante Stil, in dem das Buch verfasst ist, dass es sich bei “Our Choice” eigentlich um eine wissenschaftliche Publikation handelt. Ich denke, dass das Buch von jedem/jeder Leser/in ab ca. 13 Jahren gelesen und verstanden werden kann und auch gelesen werden sollte.

In Papierform gibt es “Our Choice” mittlerweile auch als Taschenbuch, viel spannender (und sogar günstiger) ist jedoch die digitale Version für iPad und iPhone.

Bei der digitalen Version zeigen sich ganz klar die Stärken bei der Darstellung von komplexen Zusammenhängen, Bilder sagen oftmals einfach mehr als Worte und interaktiv durch das Buch zu blättern macht einfach Spass. Ich kann diese App für iPad und iPhone nur jedem interessierten Leser empfehlen!

Man kann über Al Gore und seine Bemühungen für den Klimaschutz denken wie man will, mit diesem Buch schafft er es auf jeden Fall die komplexen und auch dramatischen Veränderungen, die auf uns zukommen, verständlich darzustellen. Was mir aber am besten daran gefällt ist der Optimismus, der trotz der nachweisbaren Risiken für unseren Planeten in den nächsten Jahrzehnten mit dieser Publikation verbreitet wird.

Wir haben nur diesen einen Planeten, dieser hat ein geschlossenes Ökosystem für dessen Stabilität und Gesundheit ausschließlich wir verantwortlich sind. Möglichkeiten gibt es schon sehr viele. So wäre beispielsweise 100 Prozent Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien (Windenergie, Biomasse-Wärme-Kraft-Kopplung, Wasserkraft, Photovoltaik etc.) sowie Geothermie grundsätzlich technisch und wirtschaftlich rasch umsetzbar.

Am Rande sei noch erwähnt, dass es ja auch einen passenden Film zum Thema gibt. “Eine unbequeme Wahrheit” zeigt die Fakten zum Klimawandel auch sehr gut, bietet aber natürlich keine interaktiven Elemente wie die iPad und iPhone App.

Den Bildungsverlierern kann eh nicht mehr geholfen werden

Ein zynischer Titel für einen Blogeintrag, aber ich finde er trifft den Nagel auf den Kopf. Traurige Aussichten: Fast jeder sechste Jugendliche wird ohne Schulabschluss in seine düstere Zukunft gehen, ohne Chancen auf einen Job, statt dessen als Fixstarter für Notstandshilfe. Das ist der Stoff, aus dem die viel beklagte steigende Armut kommt.

Eines wird dabei leider nur zu oft übersehen oder einfach ignoriert: Wir haben Zehntausende Elternhäuser, die ihren Kindern keinerlei Anregung zu einer ordentlichen Bildung geben können oder wollen. Auch mit der bestehenden Familienförderung in Österreich, deren Kosten bei uns immer noch international sehr hoch sind, wird der notwendige Effekt zur Bereitschaft zu mehr und ordentlich erzogenen und inner-familiär geförderten Kindern nicht erzielt werden.

Der Begriff Tittytainment passt hier durchaus rein: Titty- steht für das Durchfüttern und -tainment für das Unterhalten der zukünftig 80 Prozent der Bevölkerung, um diese ruhig zu stellen. So, wie dem schreienden Säugling ständig die Brust gegeben wird damit er ruhig ist, sollen die 80 Prozent für die Wirtschaft überflüssigen Menschen mit trivialer Unterhaltung (Fernsehen, Internet usw.) davon abgehalten werden, die gesellschaftlichen Zustände in Frage zu stellen. Wenn man sich die globale Medienlandschaft, vor allem aber in Italien, England, den USA, aber durchaus auch schon in Österreich ansieht, geht es wohl in diese Richtung. RTL, SAT1, PRO7 und Co. lullen uns schon wunderbar ein. Dieser Artikel beschreibt sehr genau was ich meine.

Die wissenschaftlich korrekt aber zynisch klingende Bezeichnung für diese “Generation der Verlierer” lautet “Gesellschaft der Exkludierten“. Diese Bevölkerungsgruppe ist ungebildet, interessiert sich nicht für Politik, kämpft ständig mit der eigenen Unsicherheit und ist deshalb über jede Erklärung froh, die ihnen für ihre Lage gegeben wird.

Andere Bevölkerungsgruppen, die ebenfalls Probleme haben oder denen es noch schlechter geht, können die Angehörigen der “Gesellschaft der Exkludierten” nur schwer verstehen. Denn Empathie setzt Interesse am Anderen, am Neuen und Fremden voraus. Man kann sich damit gut vorstellen, wie Rassismus entsteht. Die Angst vor dem Unbekannten führt zu Hass. Deshalb finden auch rechtsextreme Parteien mit ihren einfachen Botschaften auf komplizierte Fragen in dieser Bevölkerungsschicht großen Zulauf. Nur nicht selber nachdenken müssen lautet die Devise.

Da passt es nur allzu gut, dass sich große Teile der Bevölkerung von Boulevard- und Gratiszeitungen aufgehetzt den rechtspopulistischen Rattenfängern ausliefern, es ist ja auch viel leichter gegen Andersdenkende, Fremde (und damit unbekannte) zu hetzen als sich die Mühe anzutun und konstruktiv an der eigenen Zukunft zu arbeiten.

Leider herrscht bei vielen Menschen in Österreich die Einstellung, dass die “sch**ss-Studenten” sowieso alles Faulpelze und Schmarotzer sind, die eh keiner braucht und will. Wenn man dann genau diese Menschen beobachtet ist es interessant zu sehen, dass diejenigen, die gerade noch die schimpfen und beleidigen plötzlich zu Duckmausern und Speichellecken beginnen wenn einE Fr/Hr Dr. od. DI den Raum betritt! Nach oben buckeln und nach unten treten, das spiegelt leider immer noch vielfach die österreichische Seele. Den Zusammenhang zu erkennen, dass ehemalige Studenten es sind, die möglicherweise ihr Leben retten oder nur aufgrund ihrer Ausbildung der Gesellschaft einen wertvollen Beitrag zurückgeben können, ist wohl zuviel verlangt.

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