Wo steht Europa in Sachen digitaler Souveränität?

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Wo steht Europa in Sachen digitaler Souveränität?
Photo by Lukas / Unsplash

Ob es um den Schutz sensibler Daten, die Vermeidung von Vendor-Lock-in oder die Sicherstellung demokratischer Kontrolle über Infrastruktur geht, die Debatte rund um digitale Souveränität gewinnt an Dynamik. Doch wie souverän ist die digitale Infrastruktur der EU Staaten tatsächlich in der Praxis?

Der Digital Sovereignty Index (DSI) soll einen vergleichenden Überblick über sichtbare, selbst gehostete Infrastrukturen über Landesgrenzen hinweg geben. Er misst nicht Absichten oder Regulierung. Vielmehr zeig er welche Werkzeuge tatsächlich im Einsatz sind.

Das Ergebnis ist ein Indexwert pro Land, über die EU Grenzen hinaus. Es handelt sich dabei um ein absolutes Maß für Souveränität, sondern um ein starkes Signal: Dort, wo Bürger und Organisationen ihre Daten auf eigenen Servern speichern, anstatt sich auf wenige monopolistische Dienste zu verlassen, ist digitale Autonomie mehr als nur ein politisches Ziel.

Die digital am meisten souveränen Staaten

Die Ergebnisse des ersten Digital Sovereignty Index zeigen erhebliche Unterschiede bei der Nutzung selbst gehosteter Infrastrukturen in Europa und darüber hinaus.

Während die öffentliche Debatte über digitale Souveränität in den letzten Jahren an Fahrt gewonnen hat, bleibt die tatsächliche Nutzung souveräner digitaler Werkzeuge fragmentiert – und vielerorts überraschend gering.

Österreich erreicht mit einem Score von 20,23 einen Platz unter den Top 10 der untersuchten Länder. Deutlich dahinter liegen die USA mit 14,88 sowie Großbritannien mit 9,21.

Privatpersonen sowie kleine und mittlere Unternehmen setzen auf selbst gehostete, häufig Open-Source-basierte Technologien. Behörden hingegen bleiben in hohem Maße von großen Technologiekonzernen abhängig. „Diese Diskrepanz verdeutlicht, dass die öffentliche Verwaltung stark auf ausländische Big-Tech-Anbieter angewiesen ist, während Bürger und KMU digitale Souveränität tatsächlich aktiv umsetzen“, erklärt Frank Karlitschek, CEO und Gründer von Nextcloud.

Die Website, auf der alle Länder aufgeführt sind und die Erhebungsmethode im Detail beschrieben wird, ist unter https://dsi.nextcloud.com abrufbar.

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