Warum ich von DuckDuckGo zu Qwant wechsle
Google verwende ich ja schon seit dem Jahr 2020 nicht mehr. Ich habe DuckDuckGo seit damals gerne genutzt. Diese US basierte Suchmaschine hat gezeigt, dass gute Suchergebnisse auch ohne Tracking, Profilbildung und personalisierte Werbung möglich sind. Für mich war DuckDuckGo lange damit auch der pragmatische Beweis, dass Datenschutz und Alltagstauglichkeit kein Widerspruch sein müssen.
Das Bessere ist der Freund des Guten.
Keine Kompromisse beim Datenschutz
Mit Qwant gehe ich den nächsten logischen Schritt. Qwant setzt konsequent auf Datenschutz nach europäischem Verständnis: Ohne Nutzertracking, ohne Profilbildung und ohne Monetarisierung personenbezogener Daten. Vor allem aber ist Qwant frei von US-Big-Tech-Strukturen.
Ja, es gibt eine technische Schnittstelle zu Bing. Das ist kein Geheimnis und auch kein Makel. Irgendwo müssen Suchergebnisse herkommen. Entscheidend ist, was daraus gemacht wird. Und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Qwant verarbeitet die Ergebnisse ohne Nutzerprofile, ohne Verhaltensanalyse, ohne Datenabfluss in Drittstaaten.
Europäische Souveränität ist kein Nebenthema
Der Wechsel ist keine ideologische Entscheidung, sondern eine unternehmerisch saubere Abwägung. Wer Datenschutz ernst nimmt, muss auch die juristische Einbettung berücksichtigen. US-Unternehmen unterliegen US-Recht. Punkt.
Qwant als französisches Unternehmen hingegen operiert im europäischen Rechtsraum und ist damit DSGVO-konform aufgestellt. Das reduziert Risiken in fachlicher, rechtlicher und strategischer Hinsicht.
Die Alltagstauglichkeit bleibt
Weil ich mit DuckDuckGo jahrelang zufrieden war, bin ich überzeugt: Mit Qwant wird das genauso gut funktionieren. Die Suchqualität ist solide, die Nutzung unkompliziert, der Umstieg schmerzfrei. Der Unterschied liegt nicht im Komfort, sondern im Mehr an Datenschutz und digitaler Unabhängigkeit.
DSGVO Risikobewertung im Vergleich
Google muss in dieser Vergleichstabelle gar nicht erst angeführt werden.
Sobald man dem Schutz personenbezogener Daten auch nur ein Mindestmaß an Bedeutung beimisst, scheidet Google als Option aus. Das gilt im Übrigen genauso für Bing bei direkter Nutzung.
Google und Microsoft Bing basieren als US Big Tech Unternehmen strukturell auf umfassender Datensammlung, Profilbildung und personalisierter Auswertung. Das ist Kern des Geschäftsmodells. Wer diese Suchmaschinen nutzt, bezahlt nicht mit Geld, sondern mit Informationen über Verhalten, Interessen und Kontext.
Aus Datenschutzsicht ist das eindeutig: Wer Wert auf informationelle Selbstbestimmung legt, kommt an der Schlussfolgerung nicht vorbei, dass Google und Bing keine ernsthaften Kandidaten sind. Punkt.
Gerade deshalb ist der Vergleich zwischen DuckDuckGo und Qwant sinnvoll und ausreichend. Alles andere wäre Augenwischerei.
Bewertungskriterium | Qwant | DuckDuckGo |
|---|---|---|
Verantwortlicher (Art. 4 DSGVO) | EU-Unternehmen | US-Unternehmen |
Datenverarbeitung | Stark minimiert, keine Profile | Stark minimiert, keine Profile |
IP-Adressen | Nicht dauerhaft gespeichert | Nicht dauerhaft gespeichert |
Personalisierung / Tracking | Nein | Nein |
Datenübermittlung in Drittstaaten | Nein | Ja (USA) |
Rechtsgrundlage Drittlandtransfer | Nicht relevant | SCC + ergänzende Maßnahmen |
CLOUD Act / FISA-Risiko | Nein | Ja (strukturell) |
Transparenz & Nachvollziehbarkeit | Hoch | Hoch |
Auftragsverarbeitung erforderlich | Nein (i. d. R.) | Nein (i. d. R.) |
Gesamt-DSGVO-Risiko | Niedrig | Mittel |
Mein Fazit
Wer Datenschutz nicht nur predigt, sondern lebt, sollte auch bei so grundlegenden Werkzeugen wie der Suchmaschine keine halben Sachen machen. Für mich heißt das ab jetzt: Qwant statt DuckDuckGo.
Ich gehe nicht weg von etwas Gutem, weil es schlecht wäre.
Ich gehe einen Schritt weiter, weil es konsequenter ist.
Meine Schritte in Richtung digitaler Souveränität sind keine ideologische Haltung, sondern eine unternehmerische Notwendigkeit. Vertrauen in digitale Dienste ist eine Frage von Governance, Rechtsdurchsetzung und Risikokontrolle. Unternehmen würden chinesische oder russische Suchmaschinen aus gutem Grund nicht in Betracht ziehen. Vor diesem Hintergrund ist kritisch zu hinterfragen, warum US-Big-Tech-Plattformen weiterhin als Standard akzeptiert werden. Insbesondere angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen und der damit verbundenen rechtlichen und strategischen Risiken.

