USA sehen europäische Datensouveränität als Bedrohung
Die jüngsten Meldungen, dass die US-Regierung ihre Diplomaten anweist, gegen internationale Bestrebungen zur Datensouveränität vorzugehen, unterstreichen eine zentrale Herausforderung für Europa: die Kontrolle über eigene Daten zu behalten und sich nachhaltig von externen Abhängigkeiten zu lösen. Die USA argumentieren, dass solche Regulierungen die Entwicklung von KI-Dienstleistungen behindern und globale Datenflüsse stören würden.
Für die EU ist der Ausbau digitaler Souveränität nicht verhandelbar. Sie ist eine Frage der wirtschaftlichen und politischen Resilienz.
Warum ist Datensouveränität für die EU alternativlos?
Die EU hat mit der Datenschutz-Grundverordnung und dem Digital Services Act bereits wichtige Schritte gesetzt, um die Hoheit über die Daten ihrer Bürger:innen zu sichern.
Die gesetzlichen Grundlagen in Europa sind keine willkürlichen Hürden, sondern absolut notwendige Maßnahmen, um Missbrauch zu verhindern, Privatsphäre zu schützen, aber auch faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.
Die aktuelle US-Politik zeigt, dass Europa nicht auf die Kooperationsbereitschaft Dritter warten kann. Stattdessen muss es jetzt eigene Infrastruktur, Standards und Technologien (weiter)entwickeln, um nicht in eine längerfristige Form der Abhängigkeit zu geraten, durchaus vergleichbar mit der Situation bei fossilen Brennstoffen.
Parallelen zur Energieabhängigkeit
Jahrzehntelang war Europa von Energieimporten abhängig, was geopolitische Risiken und wirtschaftliche Verwundbarkeiten mit sich brachte. Ähnlich verhält es sich heute mit Daten:
Wer die Kontrolle über Datenflüsse, Cloud-Dienste und KI-Infrastrukturen verliert, gibt auch Einfluss auf Innovation, Sicherheit und Souveränität aus der Hand.
Die Antwort auf diese Herausforderung liegt nicht in Isolation, sondern im Aufbau eigener, nachhaltiger Lösungen. Genau wie bei der Energiewende gilt es, Resilienz durch Diversifizierung und Eigenständigkeit zu stärken. Nachhaltige Brennstoffe und erneuerbare Energien reduzieren die Abhängigkeit von Öl und Gas, europäische Clouds, Open-Source-Software und sichere Dateninfrastrukturen tun dasselbe für den digitalen Raum.
Die Rolle nachhaltiger Technologien
Nachhaltige Technologien spielen dabei eine doppelte Rolle: Sie stärken nicht nur die Umweltbilanz, sondern auch die strategische Autonomie. Green IT, energieeffiziente Rechenzentren und europäische KI-Plattformen können die Grundlage für eine unabhängige digitale Zukunft bilden. Investitionen in diese Bereiche sind daher nicht nur ökologisch, sondern auch geopolitisch sinnvoll.
Fazit: Europa muss den Kurs halten
Die EU steht vor der Wahl, entweder die Regeln anderer zu akzeptieren oder selbst Gestalterin zu sein.
Die jüngsten US-Initiativen zeigen, dass der Druck von außen weiter massiv zunehmen wird.
Genau das macht die Umsetzung des Ausbaus digitaler Souveränität so dringend. Europa hat die Chance, mit klaren Regulierungen, innovativen Unternehmen und einer starken öffentlichen Hand eine Vorreiterrolle in der Welt einzunehmen bzw. beizubehalten. Zum Wohl seiner Bürger:innen und seiner Wirtschaft.
Quellen: