Österreich wird am 1. April zum Überwachungs- und Polizeistaat

Teilen

Kein Scherz, leider trifft die Titelzeile völlig zu. Am 1. April 2012 tritt in Österreich die Vorratsdatenspeicherung in Kraft. Trotz vieler Kritik wurde die Umsetzung der EU-Richtlinie "2006/24/EG über die Vorratsspeicherung von Daten" in das österreichische Gesetz bereits im Frühling 2011 vom Nationalrat abgesegnet. Jedes Telefonat und SMS wird ab 1. April mitprotokolliert und sechs Monate lang gespeichert - als würde der Staat genau Buch darüber führen, wer einen Brief an welche Person schickt. Was genau müssen alle Serviceprovider ab 1. April speichern:

  • SIM-Karte: Standort (dauerhaft)
  • Telefonat: IMSI & IMEI der Geräte, Zeitpunkt, Dauer, Standort
  • SMS: Sender, Empfänger und Zeitpunkt, Standort
  • E-Mail: E-Mail Adressen und IP von Sender & Empfänger, Zeitpunkt
  • Mobile Internetverbindung: IP, Einwahlzeitpunkt & Dauer, Standort
  • Festnetz Internetverbindung: IP, Einwahlzeitpunkt & Dauer

Diese unverhältismäßigen Überwachungsmaßnahmen wurden ursprünglich mit Terrorismusbekämpfung argumentiert. Jetzt steht dieses Werkzeug den Polizeibehörden ohne jegliche richterliche Kontrolle auch schon bei Verdacht auf schwere Straftaten zur Verfügung. Denn wenn die Polizei behauptet, dass Gefahr für Leib und Leben besteht, darf sie auch ohne richterliche Anordnung auf alle diese Daten zugreifen.

In einigen Europäischen Ländern gab es in letzer Minute noch einen Umdenkprozess. Unter anderem in Deutschland wurde die Vorratsdatenspeicherung bereits als verfassungswidrig erklärt und tritt derweilen nicht in Kraft. Es gibt also noch Hoffnung … hoffentlich auch in Österreich.

Weitere Infos gibt es hier, gegen die Vorratsdatenspeicherung unterschreiben kann man hier.

Weiterlesen

ISO/IEC 27001: Warum die Zertifizierung eine Investition und kein einmaliges Projekt ist

ISO/IEC 27001: Warum die Zertifizierung eine Investition und kein einmaliges Projekt ist

Die ISO/IEC 27001 ist seit Jahren der international anerkannte Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS). In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach einer Zertifizierung spürbar gestiegen: ausgelöst durch Kundenanforderungen in Lieferketten, durch regulatorische Entwicklungen wie NIS2 und DORA, durch die zunehmende Bedrohungslage und durch den schlichten Umstand, dass ISO 27001

Von Michael Mrak
Warum der Einsatz von Palantir aus Sicht von Datenschutz, Recht und digitaler Souveränität nicht zu rechtfertigen ist

Warum der Einsatz von Palantir aus Sicht von Datenschutz, Recht und digitaler Souveränität nicht zu rechtfertigen ist

Ein faktenbasierter Blick auf die rechtlichen, technischen und geopolitischen Risiken des Einsatzes von Palantir-Software in europäischen Behörden und Unternehmen. Ausgangslage Palantir Technologies Inc. mit Sitz in Denver (USA) ist mit seinen Plattformen Gotham, Foundry und der Artificial Intelligence Platform (AIP) auf dem europäischen Markt zunehmend präsent. In Deutschland setzen die

Von Michael Mrak