Heute ist Digital Independence Day
Warum digitaler Wandel kein Kraftakt sein muss – sondern eine Entscheidung
Die Macht von US Big Tech fühlt sich im Alltag oft überwältigend an. Monopolartige Plattformen, allgegenwärtige Datensammlung, soziale Abhängigkeiten und das diffuse Gefühl, eigentlich wegzuwollen, aber nicht zu können. Genau hier liegt der Denkfehler. Digitale Abhängigkeit ist kein Naturgesetz. Sie ist das Ergebnis von Bequemlichkeit, Gewohnheit und fehlenden gangbaren Alternativen im Alltag. Und genau das lässt sich ändern.
Der heutige Digital Independence Day setzt an einem entscheidenden Punkt an: Er verspricht keinen radikalen Bruch, keine ideologischen Reinheitsgebote und keinen digitalen Kahlschlag über Nacht. Stattdessen geht es um etwas deutlich Wirksameres
- um Pragmatismus,
- um Machbarkeit
- und um gemeinsames Handeln.
Das eigentliche Problem ist nicht die Technik
Technisch betrachtet ist der Wechsel längst möglich. Datenschutzfreundliche Messenger (heute noch WhatsApp zu nutzen heißt, Datenschutz nachrangig zu behandeln), europäische Cloud-Dienste, unabhängige E-Mail-Anbieter oder alternative Browser existieren seit Jahren. Was fehlt, ist nicht die Lösung, sondern der Impuls. Denn viele digitale Dienste funktionieren sozial. Solange der Familienchat bei WhatsApp läuft oder Vereinsinfos nur auf Facebook stehen, fühlt sich der Ausstieg wie sozialer Selbstentzug an.
Hier greift der zentrale Gedanke der Initiative: Netzwerkeffekte lassen sich auch umdrehen. Wenn viele gleichzeitig einen kleinen Schritt machen, sinkt die Hürde für alle. Man wechselt nicht allein, man wechselt gemeinsam.
Kleine Schritte statt großer Dogmen
Der Digital Independence Day ist bewusst als Ritual angelegt: ein fixer Termin, zukünftig einmal im Monat, ein überschaubarer Schritt.
Kein Totalverzicht, kein moralischer Zeigefinger. Heute vielleicht ein Messenger, nächsten Monat ein Browser, später E-Mail oder Cloud. Jeder Schritt zählt, jeder ist reversibel, jeder ist lernbar.
Besonders überzeugend sind die sogenannten Wechselrezepte. Sie nehmen dem Thema den Schrecken. Klar strukturiert, realistisch eingeschätzt, mit Zeitaufwand und Schwierigkeitsgrad. Keine akademischen Abhandlungen, sondern Anleitungen für den echten Alltag. Genau so entsteht Handlungsfähigkeit.
Ja, ein Wechsel kostet etwas, aber er lohnt sich
Natürlich ist der Umstieg nicht völlig kostenlos. Reichweiten lassen sich selten mitnehmen, Kontakte müssen neu aufgebaut werden, und manche Alternativen finanzieren sich über kleine Beiträge statt über Datenverwertung. Das ist kein Nachteil, sondern ein ehrlicher Deal. Man zahlt nicht mit Kontrollverlust, sondern mit ein paar Euro oder etwas Geduld.
Entscheidend ist die Perspektive: Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen. Es geht darum, Abhängigkeiten von Big Tech gezielt zu reduzieren. Und zwar dort, wo sie besonders kritisch sind:
- Browser
- E-Mail Provider und Clients
- Messenger
- Betriebssysteme
sind die wichtigsten Hebel mit großer Wirkung.
Hier ein ausführliches Blogposting von mir, in dem ich meinen persönlichen Weg der letzten Monate nachzeichne und darlege, welche konkreten Schritte ich unternommen habe, um meine digitale Infrastruktur bewusster, unabhängiger und nachhaltiger aufzustellen. Die ersten wichtigen Schritte sind für mich gesetzt.
Die zentrale Botschaft
Es ist machbar. Heute. Mit überschaubarem Aufwand. Ohne Dogmen. Ohne ideologische Grabenkämpfe. Wer wartet, bis „alle anderen“ wechseln, wird ewig warten. Wer anfängt, setzt ein Signal für sich selbst und für sein Umfeld.
Digitale Souveränität entsteht nicht durch Verzicht, sondern durch bewusste Entscheidungen. Der Digital Independence Day liefert dafür einen praktikablen Rahmen. Der Rest ist eine Frage des Wollens.
Der Digital Independence Day ist eine strukturierte Multi-Stakeholder-Initiative, die von "Save Social – Networks For Democracy" koordiniert wird und konkrete, umsetzbare Beiträge zur digitalen Souveränität bündelt.