Buch

Humin – das “intelligente” Adressbuch

Bildschirmfoto 2014-12-26 um 23.39.52Natürlich ist die neu erschienene App Humin (für Android und iPhone) nicht wirklich intelligent. Sie täuscht Intelligenz aber aufgrund einer großen Datenbank ganz gut vor und speichert nicht bloß Mail-Adressen und Telefonnummern zu einem Kontakt ab, sondern kann sich auch Details merken, wie zum Beispiel wo man jemanden zum ersten Mal getroffen hat oder mit wem man einen Termin in seinem Kalender hatte.

Humin sortiert die Kontakte vom Prinzip her nicht alphabetisch, sondern „so wie der Mensch denkt“. Die App merkt sich, welcher Kontakt wie oft, wann und wo benutzt wurde und wo er eingespeichert wurde. Natürlich kann man aber auch nur nach dem Namen eines Kontakts suchen. Außerdem bindet die App soziale Netzwerke wie Facebook und LinkedIn mit ein. Je nach Situation sortiert Humin die Kontakte dann angeblich anders. So muss man im Idealfall keinen Kontakt mehr suchen weil der jeweils aktuelle Kontakt immer ganz oben steht.

Funktionsbedingt greift Humin auf eine ganze Menge Daten zu. Adressbuch, Facebook, LinkeIn, Kalender, Ortungsdienste. Das ist sicher eine Herausforderung an den Datenschutz und wird von den Machern von Human auch explizit betont. Auf der Homepage von Humin findet sich eine Charta namens „Humin Rights“ welche beschreibt, was mit welchen Daten passiert. Auf der Homepage finden sich auch Links zu den jeweiligen App-Stores wo man Humin kostenlos herunterladen kann.

Buchtipp – Tunnel durch Raum und Zeit

UnbenanntHeute einmal ein Buchtipp, passt thematisch gut zu meiner kurzen Story über Interstellar und zu meinem Posting über die jüngsten Rückschläge in der Raumfahrt.

Das Buch mit dem etwas sperrigen Namen “Tunnel durch Raum und Zeit: Von Einstein zu Hawking: Schwarze Löcher, Zeitreisen und Überlichtgeschwindigkeit” von Rüdiger Vaas  ist eine der besten Abhandlungen über die aktuelle Astrophysik ohne dabei auf übermäßig viel höhere Mathematik zurückgreifen zu müssen. Sind Zeitreisen möglich? Öffnen Schwarze Löcher den Weg zu anderen Universen? Was gestern noch wie Science-Fiction klang, wird heute von Wissenschaftlern ernsthaft erforscht. Rüdiger Vaas berichtet über die verwegenen Theorien der Vordenker in diesem Bereich: Einstein, Hawking & Co. Er beschreibt die spannende Suche nach der „Weltformel“ und vermittelt die aktuellsten Erkenntnisse über Schwarze Löcher, Zeitschleifen und den Urknall.

Man darf gespannt sein, wohin sich die Wissenschaft weiterentwickelt, theoretisch ist vieles möglich 😉

Die Impfverschwörung

impfenHans Tolzin ist bekennender Anhänger der „Germanischen Neuen Medizin“ des „Wunderheilers“ Ryke Geerd Hamer. Der „Arzt“ Dr. Hamer, dem schon vor mehr als 20 Jahren die Approbation entzogen wurde, nimmt an, dass Erkrankungen des Menschen die Folge von „biologischen Konflikten“ sind, die mit Hilfe eigener „Confliktolyse“ geheilt werden können – es sei denn, die Schulmedizin greift ein und vergiftet den Körper. Impfkritikern wie Tolzin ist nicht beizukommen: Ihr Glaube an Verschwörungen ist so fest, dass sie sich von keinen wissenschaftlichen Fakten überzeugen lassen. Gerhard Buchwald ging sogar so weit, Impfungen für den allgemeinen „Intelligenzverlust“ der Gesellschaft verantwortlich zu machen, was zu einer Zunahme der Gewaltkriminalität in unseren Breitengraden geführt habe.

Viele Impfkritiker sind Verschwörungstheoretiker. Für Hans Tolzin zum Beispiel steht fest, dass die Schweinegrippe ihren eigentlichen Ursprung in der „US-Seuchenbehörde CDC“ hat. Die Vereinigten Staaten sind auch unter Impfkritikern häufig Feindbild Nummer eins: Wer war zum Beispiel im Vorstand und ist einer der Hauptaktionäre des Pharmazieunternehmens Gilead, das das Grippemittel Tamiflu entwickelt hat? Der ehemalige amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Na dann ist ja alles klar….

Auch die Schweinegrippe scheint für derartige Spinner keine ernstzunehmende Infektionskrankheit zu sein – viel harmloser als die saisonale Grippe. Mehr als eine Milliarde Dosen an Pandemie-Impfstoff sind in den letzten Jahren genutzt worden. Es ist abzusehen, dass Dutzende, wenn nicht Hunderte der damit Geimpften an multipler Sklerose erkranken werden, so wie es ständig passiert. Impfkritiker deklarieren die Erkrankungen sogleich als Impfschäden und als Beweis für ihre These, wie gefährlich das Impfen doch ist. Aber genau so funktionieren Verschwörungstheorien.

Buchtipp: Der Europäische Landbote: die Wut der Bürger und der Friede Europas

71ecE68ZS3LNach längerer Zeit wieder einmal ein Buchtipp. Robert Menasse reist nach Brüssel und erlebt eine Überraschung nach der anderen: offene Türen und kompetente Informationen, eine schlanke Bürokratie, hochqualifizierte Beamte und funktionale Hierarchien. Kaum eines der verbreiteten Klischees vom verknöcherten Eurokraten trifft zu. Ganz im Gegenteil, es sind die nationalen Regierungen, die die Idee eines gemeinsamen Europa kurzsichtigen populistischen Winkelzügen unterordnen. Damit werden sie zu Auslösern schwerer politischer und wirtschaftlicher Krisen in der EU.

Menasse findet deutliche, wenn auch manchmal in die Polemik abdriftende Worte. Im Fadenkreuz seiner Kritik steht der Nationalismus. Er wird angeprangert und verantwortet die derzeitige, schon jahrelang andauernde Krise der EU. Demokratiedefizite werden hier genauso ins Treffen geführt, wie gleichsam auch die Idee einer Union skizziert wird. Diese Idee besteht im Überwinden der Nationalismen und der Entstehung und Herausarbeitung einer nachnationalen Demokratie. Als zusätzlichen Lesestoff sei auf das Konzept eines föderalen Europas hingewiesen, wie es der europäische Think Tank “Notre Europe” formuliert hat.

Der Europäische Landbote: die Wut der Bürger und der Friede Europas” ist zwar schon seit zwei Jahren auf dem Markt, hat jedoch leider noch nichts an Gültigkeit verloren.

Prolokratie: Demokratisch in die Pleite

Das Problem ist, dass trotz ihrer erkennbaren Unfähigkeit, einfachste Zusammenhänge zu begreifen und daraus einen vernünftigen Schluss zu ziehen, Jessica berechtigt ist, und in gewisser Weise auch die Pflicht dazu hat, im demokratischen Prozess im Wege von Wahlen wichtige Entscheidungen über die Zukunft ihrer Heimat zu treffen. Entscheidungen, die in vielen Fällen derart kompliziert sind, dass Jessica nicht einmal dann eine Chance hätte, eine leidlich wissensbasierte Entscheidung zu treffen, wenn sie auch nur annähernd verstünde, worum es geht. Wäre Jessica ein beklagenswerter Einzelfall oder auch nur Teil einer bedauernswerten, aber für den demokratischen Prozess letztlich wenig relevanten Minderheit, so würde das zwar auf ein Problem des Bildungssystems hindeuten, nicht aber auf eines der Demokratie insgesamt. Leider gibt es viele Indizien, die zeigen, dass es verdammt viele Jessicas und Kevins gibt. Sie verkörpern also nicht ein kleine Minderheit, sondern gehören zu einer relevanten, wenn nicht gar ausschlaggebenden Gruppe von Wählern. Der Verdacht liegt nahe, dass Typen wie Jessica und Kevin in der westlichen Demokratie des 21. Jahrhunderts der Souverän sind.

Mit der Frage im Titel zum ersten Kapitel trifft Christian Ortner den Nagel auf den Kopf: “Warum braucht man einen Führerschein zum Autofahren, aber nicht, um wählen zu dürfen?” Als deklarierter “Linker” war mir am Anfang doch sehr unwohl, als ich dieses Buch in die Hand bekommen habe. Doch nach einigen Seiten wurde mir bewusst, dass der Autor leider richtig liegt mit seinen provokanten Aussagen.

Was will man mit einem Souverän, der nicht das geringste Interesse am politische Diskurs hat aber lautschreiend immer mehr vom Staat verlangt? Was will man von volljährigen Wählern, die nicht einmal die einfachsten Prinzipien der Politik verstehen aber durch ihre Stimmabgabe bei Wahlen entscheiden wohin es geht? Ortner schildert eindrucksvoll das Dilemma politischer Parteien, welche sich von Jessica und Kevin erpressen lassen und der ökonomischen Rationalität – auf Kosten kommender Generationen und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit.

Dieses Buch ist eines der Besten, die ich zum Thema Demokratie, Gesellschaft und Verblödung der Massen je gelesen habe. Wäre es nicht so wahr und erschreckend – könnte man richtig lachen. Dass Ortner keine realistischen Lösungen für das Dilemma der Diktatur der dummen Menschen liefert tut nichts zur Sache, das muss er als deklarierter Neoliberaler auch nicht.

Die Kernaussage aus diesem Buch für mich lautet: “Demokratie kann nur funktionieren, wenn die Verblödung der Mehrheit ein bestimmtes Ausmaß nicht überschreitet, sonst kippt sie in die Herrschaft der Verblödeten.” Für die Masse der WählerInnen klingt das hart, für den Autor führt an dieser unbequemen Wahrheit aber kein Weg vorbei.

Österreich wird am 1. April zum Überwachungs- und Polizeistaat

Kein Scherz, leider trifft die Titelzeile völlig zu. Am 1. April 2012 tritt in Österreich die Vorratsdatenspeicherung in Kraft. Trotz vieler Kritik wurde die Umsetzung der EU-Richtlinie “2006/24/EG über die Vorratsspeicherung von Daten” in das österreichische Gesetz bereits im Frühling 2011 vom Nationalrat abgesegnet. Jedes Telefonat und SMS wird ab 1. April mitprotokolliert und sechs Monate lang gespeichert – als würde der Staat genau Buch darüber führen, wer einen Brief an welche Person schickt. Was genau müssen alle Serviceprovider ab 1. April speichern:

  • SIM-Karte: Standort (dauerhaft)
  • Telefonat: IMSI & IMEI der Geräte, Zeitpunkt, Dauer, Standort
  • SMS: Sender, Empfänger und Zeitpunkt, Standort
  • E-Mail: E-Mail Adressen und IP von Sender & Empfänger, Zeitpunkt
  • Mobile Internetverbindung: IP, Einwahlzeitpunkt & Dauer, Standort
  • Festnetz Internetverbindung: IP, Einwahlzeitpunkt & Dauer

Diese unverhältismäßigen Überwachungsmaßnahmen wurden ursprünglich mit Terrorismusbekämpfung argumentiert. Jetzt steht dieses Werkzeug den Polizeibehörden ohne jegliche richterliche Kontrolle auch schon bei Verdacht auf schwere Straftaten zur Verfügung. Denn wenn die Polizei behauptet, dass Gefahr für Leib und Leben besteht, darf sie auch ohne richterliche Anordnung auf alle diese Daten zugreifen.

In einigen Europäischen Ländern gab es in letzer Minute noch einen Umdenkprozess. Unter anderem in Deutschland wurde die Vorratsdatenspeicherung bereits als verfassungswidrig erklärt und tritt derweilen nicht in Kraft. Es gibt also noch Hoffnung … hoffentlich auch in Österreich.

Weitere Infos gibt es hier, gegen die Vorratsdatenspeicherung unterschreiben kann man hier.

So funktioniert Populismus

Auf dieser Website habe ich eine geniale Beschreibung des Begriffs Populismus gefunden, welche ich an dieser Stelle sehr gerne wiedergebe:

Du hast Zahnschmerzen. Du gehst zum Zahnarzt. Wenn dieser Populist ist, so wird er dir sagen: “Ja, du hast Zahnschmerzen! Ich fühle mit dir, und hunderte andere auch! Dagegen müssen wir etwas tun! Zusammen! Wir alle! Mit einer medienwirksamen Aktion … wir könnten demonstrieren, eine Volksinitiative ergreiffen und Unterschriften sammeln! Dann kommen wir ins Fernsehen und alle Welt weiss, wir haben Zahnschmerzen! Bestimmt findet sich eine grosse Tageszeitung, welche dann mit 10 Zentimeter grossen Buchstaben auf der Titelseite schreibt: “Skandal! Die Zahnschmerzen müssen weg!” Und irgendwann muss sich die Regierung mit dem Thema befassen. Oder gar Politiker zurücktreten! Und dann werden wir eine neue Partei gründen und in die Regierung einziehen! …”

Genau so funktioniert Populismus … Zahnschmerzen? Natürlich gehen die nicht weg davon, aber du bist nicht alleine…

Wikipedia hat natürlich eine wesentlich trockenere Erklärung, die den Begriff Populismus aber noch präziser beschreibt:

Populismus (v. lat.: populus = Volk) bezeichnet eine um „Volksnähe“ bemühte Politik, die Unzufriedenheit, Ängste und aktuelle Konflikte für ihre Zwecke instrumentalisiert, an Instinkte appelliert und einfache Lösungen propagiert, wobei verantwortungsethische Gesichtspunkte und Aspekte der praktischen Realisierbarkeit weitgehend ausser Acht gelassen werden. Populistische Bewegungen entstehen in Phasen raschen gesellschaftlichen Wandels und sind häufig an eine charismatische Persönlichkeit gebunden.

Als Populismus werden auch bestimmte Mobilisierungs- und Konsenssicherungsstrategien politischer Eliten sowie einzelner Führungspersonen bezeichnet. Zentraler Bestandteil solcher Strategien ist die Proklamation politisch relevanter Gewissheiten, existentieller Befindlichkeiten und Selbstverständlichkeiten oder „Wahrheiten“ nationaler, moralischer oder ökonomischer Art, wobei unterstellt wird, dass sie im Alltagsbewußtsein der Bevölkerungsmehrheit vorliegen und daher einer rationalen Erörterung und Begründung nicht bedürfen.

Daneben definieren einige Politikwissenschaftler Populismus nicht als eine Form der Politik, die mit unrealistischen, aber populären Versprechungen versucht, kurzfristig ein Maximum an Wählerstimmen zu mobilisieren, da diese eher als Opportunismus zu definieren sei. Ebenso wenig habe Populismus mit dem Wunsch nach kurzfristiger Popularität zu tun, sondern sei vielmehr von dem Wunsch geprägt, dauerhaft eine bestimmte Konfliktlinie im politischen Feld zu etablieren.

Zielgruppe des Populismus sind in der Regel soziale Schichten und gesellschaftliche Gruppen, die sich durch die bestehende gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Ordnung oder ihre Entwicklung benachteiligt sehen.

Es geht also nicht nur um kurzfristige Erfolge, sondern darum einen ständigen Konflikt (mit wem auch immer) aufrecht zu erhalten (sinngemäß “wir waren immer schon dafür, dass wir dagegen sind”). So sollte Politik nicht betrieben werden, genau dieser Konflikt führt (zu Recht) zu Politikverdrossenheit.

Energiewende – Buchtipp: Al Gore – Our Choice

Als ich Al Gore im Jahr 2008 auf der RSA Conference über die dramatischen Veränderungen des Weltklimas sprechen sah und im Rahmen dieser Keynote einige aggressive Provokateure lautstark schreiend seine gelieferten Fakten bezweifelten und damit letztendlich nur den Vortrag stören wollten wurde mir erstmals die dramatische Dimension der zu erwartenden Energierevolution bewusst. Und mir wurde klar, wie wenig die breite Masse der Menschen über die drohende und wissenschaftlich beweisbare Katastrophe Bescheid wissen. Und dass der Begriff “Revolution” in diesem Kontext durchaus wörtlich zu nehmen ist, wenn wir es nicht schaffen dieses Thema als Menschheit gesamthaft zu lösen wird es zu genau dieser Revolution kommen, mit all dem Leid und Elend, welches Revolutionen mit sich bringen. Und zwar schon in den nächsten 20-30 Jahren oder sogar noch früher!

Auf einer Diskussionsveranstaltung des Renner Instituts am vergangenen Freitag, mit prominenten Vortragenden wie Helga Kromp-Kolb wurde mir aber neben den dramatischen Risiken, die auf uns  zukommen auch glaubhaft vermittelt,  dass wir auf Basis einheimischer Erneuerbarer Energien rasch energieautark werden könnten. Ein Thema, dass ich als Gemeinderat in Großweikersdorf auch in meinem unmittelbaren Umfeld auch in den entsprechenden Gremien mit Engagement verfolgen möchte.

“Our Choice” von Al Gore, leider nur in englischer Sprache erhältlich aber durchaus mit normalen Schulenglischkenntnissen zu verstehen ist eine brillant geschriebene Analyse unseres derzeitigen Energiedilemmas. Al Gore zögert nicht, Politiker zu nennen, die die Öffentlichkeit und Presse erfolgreich in die Irre führten und immer noch führen. Sicherlich wurde das Buch mit Hilfe von professionellen Wissenschaftsjournalisten verfasst, welche die komplexe Vorgänge des Klimawandels verständlich machen können. Scheinbar keine wissenschaftliche Publikation, verdeckt der brillante Stil, in dem das Buch verfasst ist, dass es sich bei “Our Choice” eigentlich um eine wissenschaftliche Publikation handelt. Ich denke, dass das Buch von jedem/jeder Leser/in ab ca. 13 Jahren gelesen und verstanden werden kann und auch gelesen werden sollte.

In Papierform gibt es “Our Choice” mittlerweile auch als Taschenbuch, viel spannender (und sogar günstiger) ist jedoch die digitale Version für iPad und iPhone.

Bei der digitalen Version zeigen sich ganz klar die Stärken bei der Darstellung von komplexen Zusammenhängen, Bilder sagen oftmals einfach mehr als Worte und interaktiv durch das Buch zu blättern macht einfach Spass. Ich kann diese App für iPad und iPhone nur jedem interessierten Leser empfehlen!

Man kann über Al Gore und seine Bemühungen für den Klimaschutz denken wie man will, mit diesem Buch schafft er es auf jeden Fall die komplexen und auch dramatischen Veränderungen, die auf uns zukommen, verständlich darzustellen. Was mir aber am besten daran gefällt ist der Optimismus, der trotz der nachweisbaren Risiken für unseren Planeten in den nächsten Jahrzehnten mit dieser Publikation verbreitet wird.

Wir haben nur diesen einen Planeten, dieser hat ein geschlossenes Ökosystem für dessen Stabilität und Gesundheit ausschließlich wir verantwortlich sind. Möglichkeiten gibt es schon sehr viele. So wäre beispielsweise 100 Prozent Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien (Windenergie, Biomasse-Wärme-Kraft-Kopplung, Wasserkraft, Photovoltaik etc.) sowie Geothermie grundsätzlich technisch und wirtschaftlich rasch umsetzbar.

Am Rande sei noch erwähnt, dass es ja auch einen passenden Film zum Thema gibt. “Eine unbequeme Wahrheit” zeigt die Fakten zum Klimawandel auch sehr gut, bietet aber natürlich keine interaktiven Elemente wie die iPad und iPhone App.

Buchtipp: Christian Felber – Neue Werte für die Wirtschaft

Weihnachten ist die Zeit in der ich von Freunden Bücher geschenkt bekomme. Ein Buch von Christian Felber, der schon im Jahr 2006 mit seinen “50 Vorschlägen für eine gerechtere Welt” Aufsehen erregt hat, ist diesmal mein persönlicher Top-Favorit: “Neue Werte für die Wirtschaft” beschreibt in nüchtener und durchaus nachvollziehbarer Art und Weise, dass die Hauptlegitimation des Kapitalismus (egozentrische Individuen und Institutionen führen zum grösstmöglichen Gemeinwohl) schlichtweg unlogisch eine systemdienliche Illusion ist. Allerdings ist diese Illusion so fest in den Köpfen von den meisten von uns verankert, dass Kapitalismus immer noch in einen Satz mit Freiheit und Demokratie genannt wird. Nicht Egoismus, Konkurrenz und Materialismus sollten belohnt werden, sondern Selbstbestimmung, Solidarität und ökologische Nachhaltigkeit. Wenn das kein guter Vorsatz für 2009 ist….

Buchtipp – Mensch.Nummer.Datensatz: Unsere Lust an totaler Kontrolle

Dieses Buch eignet sich ideal als Weihnachtsgeschenke für alle die meinen dass sie nichts zu verbergen haben und deswegen jegliche Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen akzeptieren. Wir werden identifizierbar, berechenbar, steuerbar; wir werden zu Objekten in totalen Institutionen. Der Glaube an die Allmacht von Kontrolle verdrängt unsere Bereitschaft zum Zusammenleben: Aus Menschen werden Datensätze. Hans Zeger, international anerkannter Experte für Fragen zu Privatsphäre und Informationsgesellschaft, beschreibt umfassend und klar, wie und wodurch unsere Individualität in verschiedenen Lebensbereichen gefährdet ist: in unserer Lebensplanung, in unserem Sozial- und Familienleben, durch Konsum und Mobilität, in der Wirtschafts- und Arbeitswelt, durch die Kommunikation mit neuen Informationstechnologien, durch Maßnahmen zur vermeintlichen Stärkung der öffentlichen Sicherheit usw. In allen diesen Bereichen werden wir berechnet. Das schafft Sicherheit, aber auch totale Institutionen, denen wir unterworfen sind. Unterworfen, aber nicht ausgeliefert: Hans G. Zeger gibt auch Tipps, wie Sie sich gegen die umfassende Kontrolle wehren können.